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24.06.2014

Zverev kann seine Chancen nicht nutzen

Alexander Zverev machte mit seiner beidhändigen Rückhand Druck. Letztlich spielte der Argentinier Horacio Zeballos aber seine Erfahrung aus.

Während der Brasilianer Thomaz Bellucci seine Favoritenstellung bei den Marburg Open untermauerte, schied das 17-jährige deutsche Talent Alexander Zverev nach großem Kampf in Runde eins aus. Jannis Kahlke und Tadej Turk kamen im Doppel weiter.

Ricardo Rodriguez-Pace wehrte sich nach Kräften. Doch der Venezolaner war gegen Bellucci letztlich chancenlos. „Bueno, bueno“, rief Rodriguez-Pace halb anerkennend, halb resignierend, als eine lange, harte Vorhand seines Gegners genau im Eck eingeschlagen war. Bellucci gewann dieses Aufschlagspiel und zog nach dem 6:0 im ersten Satz im zweiten Durchgang auf 4:1 davon. Spätestens da war die Gegenwehr des Venezolaners erlahmt. Ein Spielgewinn gelang ihm zwar noch, doch Bellucci brachte das Match mit starken Aufschlägen und druckvollem Spiel zum 6:2 nach Hause.

Der Brasilianer zeigte, warum er einmal die Nummer 21 der Welt war. Elf Asse schlug der 1,87 Meter große Bellucci und bestimmte das Match gegen Rodriguez-Pace nach Belieben. In dieser Form wird der Brasilianer nur schwer zu schlagen sein, auch vom an eins gesetzten Vorjahresfinalisten Diego Schwartzman aus Argentinien.

Thomaz Bellucci

In der Qualifikation für das Wimbledon-Turnier war Bellucci auf dem von ihm ungeliebten Rasen überraschend früh gescheitert. Ein Glücksfall für die Turnierverantwortlichen in Marburg. Turnierdirektor Peter Zimmermann ist von der diesjährigen Veranstaltung jedenfalls jetzt schon angetan. „Überwältigend“, nannte Zimmermann den Zuschauerzuspruch. 300 bis 500 Besucher seien an den ersten beiden Tagen am Samstag und am Sonntag auf der Anlage des TV Marburg an der Willy-Mock-Straße gewesen. „Deutlich mehr als im Vorjahr bei den Qualifikationsspielen“.

Für eine deutsche Tennishoffnung lief es gestern allerdings nicht überwältigend. Alexander Zverev musste sich mit dem an Nummer fünf gesetzten Argentinier Horacio Zeballos auseinandersetzen. Der 17-jährige Deutsche, Bruder des auf der ATP-Tour bekannteren Mischa Zverev, war vor allem im ersten Satz einige Male nah dran. Doch der zwölf Jahre ältere Südamerikaner spielte seine Erfahrungen in den entscheidenden Momenten aus und konnte die Angriffe Zverevs abwehren. Mit 7:6 (9:7) und 6:3 setzte sich Zeballos durch.

Kahlke und Tadej Turk schaffen es in die zweite Runde

Dabei hatte Zverev während des ersten Durchgangs die größeren Chancen. Bei eigenem Aufschlag ließ der Junioren-Sieger des diesjährigen Australian Open fast nichts anbrennen. Mit harten Schlägen trieb er Zeballos in die Defensive. Beim Stand von 2:1 und 15:40 ließ der 17-Jährige zwei Breakchancen aus - einmal wehrte Zeballos mit einem gefühlvollen Stoppball ab, einmal wollte Zverev zu viel und verschlug eine Vorhand. Später hatte der Deutsche bei 5:4 und 30:40 sogar Satzball, doch der Argentinier machte die Hoffnungen mit einem Aufschlagwinner zunichte. Im Tiebreak vergaben beide Spieler je einen Satzball, ehe Zeballos davon profitierte, dass Zverev den Ball nur mit dem Rahmen traf - 9:7 für die Nummer fünf der Setzliste, die den Aufwind mit in den zweiten Satz nahm. Das variantenreichere Spiel hatte gegen das Tempo des Top-Talents den Ausschlag gegeben.

In der Doppelkonkurrenz haben am Montag zwei Lokalmatadoren den Sprung in die zweite Runde geschafft. Der Argensteiner Jannis Kahlke, im Einzel noch in der Qualifikation ausgeschieden, bezwang an der Seite des TV-Marburg-Trainers Tadej Turk das kanadisch-neuseeländische Duo Adil Shamasdin und Artem Sitak mit 7:6 und 6:3.

von  Holger Schmidt | Oberhessische Presse

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