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02.06.2015

Matthias Stach: "Es ist die Liebe zum Spiel"

Foto von Matthias StachDie Meisten von uns bringen den Namen Matthias Stach mit Tennis in Verbindung, bist du doch DIE Stimme Eurosports, wenn es um die gelbe Filzkugel geht. Du kommentierst aber auch andere Sportarten und bist somit bei den Top-Events vor Ort. Was ist eigentlich das Besondere am Tennis, was fasziniert dich an dieser Sportart so sehr?
„Das ist relativ einfach beantwortet. Es ist vor allem die Liebe zum Spiel. Seit über 40 Jahren bin ich mit diesem Sport (entweder als Aktiver oder als Journalist !) verbunden und nach wie vor ist die Begeisterung ungebrochen. Neben dem überragenden Sport ist es auch der Umstand, dass man bemerkenswerte Charaktere kennenlernt und immer wieder neue Facetten entdeckt. Die heutige Athletik oder auch die steigende mentale Anforderung sind ebenfalls faszinierend.“

Es gab Zeiten, da wurde die Tagesschau verschoben, weil noch ein Tennismatch lief. Was muss denn passieren, um das Tennisvirus wieder der breiten Masse zu infizieren und wie groß war deiner Meinung nach der Anteil der Person, des Menschen Boris Becker an dem Hype der 80er und 90er Jahre?
„Natürlich hängt ein Hype unmittelbar mit den handelnden Personen zusammen. Und gerade in Deutschland scheint es wichtig zu sein, dass Stars, mit denen man mitfiebert, aus dem eigenen Land kommen. Das ist nachvollziehbar. Über kurz oder lang muss also wieder mal ein „Superstar“ aus deutschen Tennislanden her. Allerdings sehe ich auch, obwohl ich eher Traditionalist bin, deutliche Anzeichen am zukünftigen Tennishorizont, dass man sich mit Regeländerungen (kürzere Sätze, No Ad – Regel; keine Wiederholung bei Netzaufschlag usw. …) beschäftigen muss, was man ja auch bereits tut.

Die Sportstätte hat massiv an Bedeutung gewonnen. Wurden früher Stadien für Sportler gebaut, stehen heute die Zuschauer, also die Kunden im Blick. Täuscht es oder hat der Deutsche Tennissport gerade hier ein massives Problem, wenn man von den Top-Events in Halle, Stuttgart und München absieht. Der Hamburger Rothenbaum hat Charme, ist aber sanierungsbedürftig wenn nicht gar baufällig. Hinter den Top 4 darben viel Anlagen vor sich hin.
„Das ist leider wahr. Wenn ich z.B. an das Steffi Graf Stadion in Berlin denke, das einsam vor sich hinrostet und kaum noch zu retten ist, dann ist das ganz bitter . Dass es funktionieren kann, zeigt u.a. das Turnier von Halle, wo auch schon am Auftaktmontag ein unglaublicher Zuschauerandrang herrscht. Aber alles hängt natürlich vom Sponsorenumfeld ab und dies ist derzeit in Deutschland auf dem Tennismarkt nicht einfach... siehe Düsseldorf. Die Hoffnung ist vielleicht ein zukünftigen Top Ten Spieler, wegen dem dann die deutschen Fans wieder aufmerksamer werden. Bei den Damen hat das ja in den letzten Jahren recht gut funktioniert.. Nur... das wird dauern !“

 

Das ganze Interview lest ihr im Turniermagazin der Marburg Open....

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