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23.06.2015

"Daniel Brands bei den Marburg Open nicht zu stoppen"

Du hast das Auf und ab einer Tenniskarriere knallhart am eigenen Körper erfahren müssen. 2013 bist du bis auf Nummer 51 der ATP Weltrangliste geklettert, hattest bis nach dem Turnier Ende April in München bei dem du bis in das Halbfinale vorgestoßen warst schon über 500 Punkte gesammelt, was dich aufs Jahr hochgerechnet in die Top 20 gebracht hätte. Dann kam das Pfeiffersche Drüsenfieber. Wie macht sich die Krankheit bemerkbar und wann wurde sie diagnostiziert?

Die Krankheit wurde nach dem Turnier in Miami Ende März 2014 diagnostiziert. Ich bin sicher, dass ich sie aber schon ein paar Wochen rumgetragen habe. Man fühlt sich schlapp, träge und energielos. Es gibt dabei bessere und schlechtere Tage. Das tückische an dieser Krankheit ist, dass man sie nicht aktiv behandeln kann. Man braucht viel Geduld und muss seinen Körper viel Ruhe gönnen.

 

Du hast dann doch immer wieder Turniere gespielt. War es ein Fehler keine längere Pause gemacht zu haben?

Als ich wieder angefangen habe, ging es mir schon viel besser. Aber es war immer noch nicht gut genug, um wettbewerbsfähig zu spielen. Diese Frage stellt sich für mich eigentlich nicht, da es jetzt wenig Sinn macht zurückzuschauen. Wichtig ist, was jetzt passiert.

 

Du hast kein „protected ranking“ der ATP in Anspruch genommen, was dir nach deiner Genesung 12 Starts im Hauptfeld von ATP Turnieren gesichert hätte. Diese Regelung kann man aber nur in Anspruch nehmen, wenn man mindestens ein halbes Jahr kein Turnier gespielt hat. Ärgerst du dich im Nachhinein dich gegen diesen Weg entschieden zu haben?

Natürlich wäre es momentan angenehmer direkt im Hauptfeld zu starten. Aber die derzeitige Situation ist anders und damit muss ich mich auseinandersetzen. Mich jetzt zu ärgern würde mich nicht weiterbringen.

 

Du bist dann zwischenzeitlich bis auf die Nummer 421 der Weltrangliste abgerutscht. Das gleicht einem kompletten Neuanfang. Wie hält man sich da eigentlich finanziell über Wasser?

Man lebt ausschliesslich vom Preisgeld der vergangenen Jahre. Zum Glück war ich Anfang letzten Jahres noch bei einigen größeren Turnieren im Hauptfeld, obwohl ich insgesamt nicht viel gespielt habe. Hattest du Überlegungen die Karriere an den Nagel zu hängen und anderweitig beruflich Fuß zu fassen? Nein, definitiv nicht. Mein bestes Tennisalter kommt noch, davon bin ich überzeugt. Natürlich muss man dazu topfit bleiben. Daran werde ich hart arbeiten.

 

Wie hält man die Motivation hoch, um den langen und beschwerlichen Weg zurück in die Top 100 der Weltrangliste zu schaffen?

Indem man sich das Ziel vor Augen hält nochmal dahinzukommen, wo man schon einmal war. Und vielleicht noch weiter nach vorne.

 

Du spielst zum ersten Mal die Marburg Open. Was hast du bisher im Spielerumfeld auf der Tour denn so über das Turnier gehört?

Nur Gutes. Es soll eine sehr familiäre Stimmung bei dem Turnier herrschen. Das schätze ich sehr und werde mich sicher wohlfühlen.

 

Welche Erwartungen hast du für dieses Event?

Ich weiß, dass ich die Klasse habe dieses Turnier zu gewinnen. Aber ich schaue trotzdem nur von Runde zu Runde. Ganz wichtig für mich ist zur Zeit die Matchpraxis. Ich bin froh über jedes Match, das ich bekomme.

 

Gibt es echte Freundschaften auf der Tour oder tingelt letztlich jeder ganz alleine von Turnier zu Turnier?

Wir deutschen Spieler unternehmen des Öfteren etwas. Meistens gehen wir zusammen Abendessen. Unter Tags ist jeder mit sich selbst auf und neben dem Platz beschäftigt.

 

Welche Ziele willst du dieses Jahr noch erreichen, gibt es eine bestimmte Platzierung, die du anstrebst?

Natürlich ist mein Hauptziel so schnell wie möglich in die Top 100 zurückzukehren. Aber ich denke mehr in Etappen. Kleine Ziele, die auch zeitnah erfüllt werden können.

 

Bisher hat noch kein Wildcard-Spieler bei den Marburg Open auch nur eine Runde im Einzel gewonnen. Was stimmt dich positiv, dass du den Bann brichst?

Ich spiele gern auf heimischen Boden und hoffe natürlich auf die Unterstützung der Zuschauer. Wenn ich meine Leistung abrufe, kann ich sehr gefährlich spielen. Darauf werde ich hinarbeiten.

 

Welche Schlagzeile möchtest du am Ende des Turniers über dich lesen?

Brands bei den Marburg Open nicht zu stoppen

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